Holsteen

Herzlich willkommen bei De Holsteen, einem magischen Ort, der 1862 erstmals beschrieben wurde und heute noch die Fantasie anregt. De Holsteen bezeichnet die acht großen Sandsteinblöcke, die du hier vor dir siehst.

Die Steine mit den eigenartigen Löchern ähneln prähistorischen Strukturen, wie Dolmen oder Menhire. Jedoch ist die Art und Weise, wie die Steine nebeneinander liegen, ganz zufällig. Auch die Löcher sind rein natürlichen Ursprungs: Es handelt sich hierbei um Überreste von Tiergängen oder Wurzeln im Sand, bevor dieser versteinerte.

1922 untersuchte Professor Joseph Hamal-Nandrin diese Stätte und machte dabei eine besondere Entdeckung. Um herauszufinden, was daran so besonders war, musst du den nördlichsten Stein genauer betrachten …

 

Ein besonderes geologisches Phänomen
 

Der Name Holsteen, der erstmals 1862 in der wissenschaftlichen Literatur Erwähnung findet, ist ein Name für ein Gelände, auf dem am westlichen Rand des Kempens-Plateaus, östlich der Gemeinde Zonhoven, einige große helle Sandsteinblöcke liegen. Für das Vorhandensein dieser Blöcke wurden in der Vergangenheit die unterschiedlichsten Erklärungen vorgebracht. Mit Sicherheit kann nur gesagt werden, dass diese Blöcke weder auf natürlichem Wege noch durch den Menschen von einem anderen Ort hierher gelangten, sondern, dass sie hier vor Ort auf vollkommen natürliche Weise entstanden sind und belassen wurden. Die Blöcke entstanden durch Bodenprozesse in quarzreichem Meeressand, der sich hier im frühen Miozän, vor etwa 20 Millionen Jahren, abgelagert hatte. Dies ist eindeutig an der in den Steinen noch deutlich sichtbaren Schichtung zu erkennen. 

Sandstein

Zandsteenblok

An diesem Sandsteinblock ist noch deutlich zu erkennen, wie sich der Meeressand schichtweise abgelagert hat (Linien im Stein). Da die Linien nicht horizontal verlaufen, wissen wir, dass dieser Stein einst schief stand. Wir wissen jedoch nicht, wie es dazu kam. ©Gemeente Zonhoven

Die geologischen Prozesse, die zu ihrer Entstehung geführt haben, sind erst kürzlich entdeckt worden. Die Verfestigung von Sand zu Sandstein erfolgt durch Verkieselung, einem diagenetischen Prozess, bei dem in warmen Trockenperioden, und nachdem das Meer sich zurückgezogen hat, Sandkörner durch Kieselsäure miteinander verkitten. Im Fall von De Holsteen geschah diese Verkittung erst, nachdem der Sand durch Huminsäuren gebleicht worden war. Diese Säuren stammten aus einer darüberliegenden Braunkohleschicht, die sich hier vor vielen Millionen Jahren während einer feucht-warmen Periode in einem mit Sumpfzypressen bewachsenen Küstensumpf gebildet hatte und heute durch Erosion vollständig verschwunden ist.

 

Für die zahlreichen runden Aushöhlungen und Durchbohrungen auf den Sandsteinblöcken muss keine menschliche Ursache gesucht werden. Es handelt sich hauptsächlich um fossile Wurzelgänge, die im Laufe der Zeit durch Wasser und Wind immer weiter erodiert wurden. Diese Wurzelgänge zeugen somit auch von einer mittlerweile verschwundenen Sumpfvegetation.

 

De Holsteen und dessen Umgebung stehen durch Königlichen Erlass vom 11.09.1967 als Landschaft unter Naturschutz. Heute sind nur noch acht Sandsteinblöcke sichtbar. Aber vermutlich sind noch weitere, meist kleinere Exemplare unter dem Sand vergraben.